Mrz
04

Browser-Auswahl:
Microsoft Internet Explorer zieht den Kuerzeren

Wie Berichtet wird Microsoft etwa ab Mitte Mrz ein Update fr die Windows-Betriebssysteme ausliefern, das es europischen Windows-Anwendern in Zukunft ermglicht, ber ein Auswahlfenster selbst darber entscheiden, welche(n) Web-Browser sie in ihrem System installieren mchten.

Nach der Installation der Aktualisierung wird dem Nutzer in einem Auswahl-Bildschirm eine Reihe von Browsern vorgeschlagen (Blogposting). Die Anordnung der Tools erfolgt dabei nach dem Zufallsprinzip.

Die Experten des slowakischen Portals Website DSL.sk haben jetzt berprft, ob es Microsoft gelungen ist, die auf der Webseite Browserchoice.eu gezeigte Browser-Anordnung tatschlich geracht in einer zuflligen Reihenfolge zu prsentiert.

In ihrem Untersuchungsergebnis kommen die Analysten zu dem Ergebnis, dass der Microsoft Internet Explorer 8 in mehr als 50 Prozent aller Flle auf der vermeintlich schlechtesten Position des fnften Ranges angezeigt wird und Google Chrome relativ hufig auf einer der ersten drei Pltze landet.

Dies lsst die Vermutung zu, dass die Anzeige der zur Wahl stehenden Programme mglicherweise nicht wirklich beliebig angeordnet sind.

Auch der IBM Software Architect Rob Weir untersuchte das Verhalten des Browser-Auswahlschirms und kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass die Reihenfolge nicht auf purem Zufall beruht.

Wie Weir in einem Artikel seines Weblog beschreibt, setzt Microsoft eine Javascript Routine ein (Link zum JavaScript code), mit deren Hilfe der Browser des Anwenders bei Aufruf der Webseite per Javascript die Ermittlung der Reihenfolge auslst.

Simpel beschrieben, werden die fnf Programme zunchst sortiert und anschließend deren Position paarweise hin- und hergeschoben, anstatt sie wahllos zur Anzeige auszusuchen. Dadurch wird jedoch bewirkt, dass keine wirklich zufllige und damit neutrale Anordnung der Browser zustande kommt, in der jedes Tool eine theoretische Chance von 20 Prozent htte, auf einer der fnf Positionen angezeigt zu werden.

Nach der Auffassung von Rob Weir htte man in Redmond auf die Javascript-Implementation des Fisher-Yates Shuffle- Algorithmus (externer Link) setzen sollen. In diesem Fall wre gewhrleistet, dass die Wahrscheinlichkeit fr alle Browser auf einer der fnf Positionen angezeigt zu werden bei 20 Prozent liegen wrde.

Im Idealfall lge die Wahrscheinlichkeit, dass ein Browser auf einer bestimmten Position landet, folgendermaßen aus:

Position
IE8
Firefox
Opera
Chrome
Safari
1
20%
20%
20%
20%
20%
2
20%
20%
20%
20%
20%
3
20%
20%
20%
20%
20%
4
20%
20%
20%
20%
20%
5
20%
20%
20%
20%
20%

Kommt das von Microsoft verwendete Verfahren zur Anwendung, verschiebt sich das Bild. Die Wahrscheinlichkeit der Positionierung nach den von Weir in 10.000 Durchlufen ermittelten Statistiken sieht dann folgendermaßen aus:

Position
IE8
Firefox
Opera
Chrome
Safari
1
13,04%
20,99%
21,32%
25,95%
18,70%
2
13,25%
21,61%
20,36%
25,65%
19,13%
3
11,05%
22,44%
13,74%
36,79%
15,98%
4
12,32%
22,48%
19,16%
5,90%
40,14%
5
50,34%
12,48%
25,42%
5,71%
6,05%

Offen bleibt die Frage, ob es von Vorteil fr den Redmonder Browser ist, wenn seine Positionierung zu mehr als 50 Prozent an letzter Stelle liegt. Mit 25,95% am hufigsten wird brigens Googles Chrome an erster Stelle gelistet. Andrerseits mssen es sich die Entwickler des IT-Giganten gefallen lassen, dass man ihnen die Frage stellt, aus welchem Grund sie so schlecht recherchiert haben und warum eine so schlampig programmierte Browser-Auswahl-Website entstehen konnte. Die wenig produktive Arbeit im Hause Microsoft ist mit Sicherheit ein gefundenes Fressen fr die ewigen Microsoft-Kritiker, die wieder einmal die Gelegenheit nutzen werden, die Vorgehensweise des Konzerns ffentlich an den Pranger der Kritik zu stellen.

(In Zusammenarbeit mit Digitale Welt – freenet.de)

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    IE8 Beta 1 zum Download
Kommentare: 17
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Kommentare

  • Fagales schrieb am 18.03.2010 um 17:44:

    Bin soeben von ff 3.6 auf Chrome 4.1 umgestiegen und schlicht begeistert. Nicht nur, dass ich alle Bookmarks “mitnehmen” konnte und auch die Einstellungen importiert werden knnen, vielmehr haut mich die Geschwindigkeit fast vom Hocker. Es ist kaum zu glauben, was fr lahme Krcken Mozilla und Microsoft als “schnelle Browser” anbieten!

    Da es fr Google Chrome unendlich viele Erweiterungen und Themes gibt, muss ich auch nicht auf die Klassiker wie Add-Block usw. verzichten.

    Wenn also die Wahl des “richtigen” Tools Ansichtssache ist, dann hat sich meine Meinung heute zugunsten Chrome verschoben :-)

  • Peter schrieb am 18.03.2010 um 17:15:

    Ich habe als Browser IE 8 und Firefox installiert, wobei ich Firefox als Standardbrowser benutze. Mithin wird sich bei mir nichts ndern!

  • mcoffee schrieb am 13.03.2010 um 08:48:

    Das Problem, Indi, sind nicht die Deutschen, sondern die Deppen, die mit Klagen vor der EU dafr sorgen, dass in monatelangen Verfahren solcher Kikikram behandelt werden muss. Und dies nur, weil man glaubt, mit solchem Vorgenen einerseits die eigene Software zu “bewerben” (selbstmurmelnd kostenlos) und zum anderen nach einem Prozess besser Marktanteile erzielen zu knnen. Wie heißt es doch: es kann der ruhigste nicht zufrieden leben, wenn …

    Leidtragende sind die Nutzer, die den durch solchen Unsinn entstehenden Kostenaufwand dank erhhter VK-Preise tragen drfen.

    Es ist und bleibt schlicht eine Frechheit, was sich die neidische Konkurrenz von Opera mit der Klage geleistet hat … bleibt zu hoffen, dass die Nutzer sich dafr durch Boykott dieses (sowie schlechten) Browsers bedanken!!!

  • Indi schrieb am 13.03.2010 um 08:01:

    Fr mich gibt es wesentlich mehr Auswahlkriterien bei der Auswahl meines Browsers als einen “Zufallsgenerator”.Hier sieht man einmal mehr, dass der Deutsche halt auf Statistiken steht (hnlich wie bei der ADAC Pannenstatistik fr PKW`s). Ohne die Implementierung eines Browsers in ein Betriebssystem wren doch die meisten User nicht in der Lage berhaupt ins Netz zu kommen und warum sollte MS etwas anderes einbauen als das eigene Produkt (Apple macht es auch nicht anders)!!! Ist das BS installiert, konnte man sich schon immer seinen Browser selbst aussuchen – dazu sind wieder die meisten User nicht in der Lage weil sie keine Ahnung von der Installationsroutine haben. Wer einen Fhrerschein hat darf Auto fahren, muss aber kein Mechaniker sein. Jeder Depp kann sich aber an einen PC setzen und loslegen. Habe tglich ein Netzwerk von ca. 40 Rechnern zu verwalten – oft genug ist nicht die Hard- oder Software das Problem – das Problem sitzt 40cm vor dem Bildschirm, hackt auf der Tastatur rum und klickt mit der Maus.

  • Pete schrieb am 11.03.2010 um 17:48:

    Ja Max und in manchen außereuropischen Kulturen liest man auch von Rechts nach Links. Da wir aber in unseren Breitengraden von Links lesen, ist es doch wohl eher logisch wo der Blick zuerst hin wandert. Somit drfte der Hinweis auf die Rechtshnder wohl doch eher an den Haaren herbei gezogen zu sein :-)

  • Max`l schrieb am 11.03.2010 um 17:38:

    hat vielleicht schcon mal jemand daran gedacht, dass ca. 85 % der Nutzer Rechtshnder sind – somit ist die Position ganz rechts (also hinten) eigentlich doch nicht unbedingt die schlechteste. Man benutzt die Maus in der Regel von rechts nach links und trifft somit zuerst auf den IE – also anscheinend doch ein Schachzug von den MS Bastlern.!

  • PillePalle schrieb am 11.03.2010 um 10:22:

    @jelly…

    Die komplette Diskussion um das Fr und Wider der jeweiliegn Browser ist echt Pille-Palle!

    Jeder soll die Soft verwenden, die er fr geeignet hlt und gut is.

    Die Klage vor der EU hat nur gezeigt, bei welchem Hersteller in Europa man offenbar Langeweile hat, anstatt gute Software zu entwickeln :o

  • jellywest schrieb am 11.03.2010 um 10:09:

    Was soll der Unsinn, man kann doch auch ohne dieses Update entscheiden, welchen Browser man als Standard haben mchte. Ewig dieser Streit, welcher Browser nun der beste sei. Und jedes Mal, wenn einer lokal Probleme macht, heißt es gleich “IE ist doof, nimm Firefox, da passiert das nicht”. Es nervt langsam.

    Ich benutze Firefox, Opera und IE, manchmal sogar gleichzeitig. Jeder hat andere Aufgaben, je nachdem, was wer besser kann. Da ist auch wurscht, an welcher Stelle sie in meiner Schnellstartleiste erscheinen.

    Der Artikel braucht sehr lange, um ein so unwichtiges Problem darzustellen.

    Interessant, dass auf dem Bild zum Artikel die Browser jeweils an ihrer unwahrscheinlichsten Stelle stehen: IE ist ganz vorne. :P

  • MCoffee schrieb am 11.03.2010 um 09:19:

    Gegen die Software aus Norwegen spricht die Vorgehensweise des Herstellers, der es offenbar ntig hat, seine sinkenden Marktanteile durch ein Gerichtsverfahren – das auf mehr oder weniger (eher mehr) windigen Vorwrfen basierte – aufbessern zu wollen. Andere Hersteller wie beispielsweise Apple “drfen” mit ihren Betriebssystemen auch hauseigene Applikationen ausliefern, ohne dass ein unwichtiger und neidischer Mitbewerber die EU-Kommisson bemht!

    Zum Thema Sicherheit bleibt festzustellen, dass Opera – wie jeder andere Browser auch -durch zahlreiche Schwachstellen auffllt. Setzt man die Marktanteile ins Verhltnis zu den aufgedeckten Sicherheitslecks, zeigt sich schnell, dass dieser Browser keineswegs sicherer ist, als der IE oder andere Surfbretter.

    Derzeit kann man getrost davon ausgehen, dass unter Windows der IE8 zu den sichersten Tools gehrt! … nein, ich bin NICHT von MS bezahlt, dies neben der Meinung von Fachleuten auch mein subjektiver Eindruck!

  • gose schrieb am 11.03.2010 um 09:08:

    Was spricht so gegen den “Norweger”. IE gert doch sehr oft wegen seiner Sicherheitslcken in die Kritik. Fr mich kommt IE ohnehin nicht in Frage, weil ich ausschließlich mit Linux ins Internet gehe.

  • manne schrieb am 11.03.2010 um 02:33:

    Da ich IE8 auf Windows7 recht gut finde, instaliere ich dieses Auswahlupdate einfach nicht. Habe ich eben nicht die “Qual” der Wahl.

  • moses.motzky schrieb am 10.03.2010 um 23:58:

    Lass doch mal den IE hinten. So kann MS immer sagen .wenn es bei anderen Browsern zu irgend welchen Lcken im Systhem kommt,daß wwre bei uns nicht passiert. Aber dazu mssen die Anderen erst einmal nach Vorn!!

  • MCoffee schrieb am 10.03.2010 um 09:16:

    Angesichts der Tatsache, dass sich hauptschlich die Querulanten (und Neider) aus Norwegen gegen alle Vorschlge aus Redmond gestrubt haben, war es ntig, fr eine mglichst gerechte “Sortierung” der fnf “wichtigsten” Tools zu sorgen. Da die marktschwache Bude mit “O” auch der alphabetischen Folge nicht zustimmen wollte, kam man auf den Gedanken eines “Zufallsgenerators”, der dafr sorgt, dass jede Software zu 20% mal auf dem ersten Rang, mal in der Mitte und mal am Ende der Liste auftaucht.

    Demnach hat jeder Browser die gleiche Chance in das Blickfeld des Betrachters zu rcken.

    Fazit: viel Wind um nichts und absolut unsinnige sowie berzogene Wichtigtuerei der Norweger. Da sich jeder User sowieso Vorab informiert und im Zweifel nach der Devise “Alles aus einem Guss” (also fr den IE) entscheidet, wird Opera auch durch die Browserauswahl keinen Blumentopf gewinnen knnen … und das ist auch gut so :-)

  • rimila schrieb am 10.03.2010 um 08:33:

    Wenn ich in der Menge Auffallen will, stelle ich mich immer hinten an. Am Ende ist es doch immer die beste Wahl, nicht das erstbeste zu nehmen…
    Am Rand, also auch ganz hinten, lllt man garantiert in das Blickfeld und geht nicht in der Menge unter.

    Kann jemend diesen Schachzug der Redmonder verstehen?

    “Geh weg feiger Hund! Lass mich hinter den Baum”
    Zitat eines ex-GUS Schriftstellers

  • Darth.U schrieb am 10.03.2010 um 05:33:

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das einmal mehr unter die Kategorie “…und schon wieder nicht nachgedacht MS” fllt.
    Allerdings mchte ich an dieser Stelle mal feststellen, dass falls es anders herum wre, die Reaktionen noch ganz anders ausgefallen sein wrden.

  • Lotta schrieb am 08.03.2010 um 18:33:

    WEIL MS NUN MAL SO SCHLAMPIG PROGRAMMIERT;-)

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