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Jan
28

Google Chrome: So blockieren Sie nach-Hause-Telefonate des Browsers

Mit “Chrome” bietet der Suchmaschinen-Anbieter Google seit geraumer Zeit einen eigenen Webbrowser zum kostenlosen Download an. Im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten von Microsoft und Mozilla kann Chrome durch höhere Arbeitsgeschwindigkeit und bessere Stabilität punkten – allerdings bleibt in Puncto Geschwindigkeit Apples Safari-Browser der unschlagbare Platzhirsch.

Vor wenigen Tagen hat Google die vierte Generation des Internet-Surfbrettes fertig gestellt (Bericht hier im Windowsblog). Angesichts der mit der neuen Version 4 eingeführten Funktionsvielfalt von nahezu 1800 sogenannter Extensions und der Unterstützung moderner Technologien wie HTML5 und CSS3 liebäugeln jetzt viele Nutzer mit dem Umstieg.

Wo Licht ist …
Leider zeichnet sich die Software auch durch einige, nur wenige bekannte “Features” aus. So wird im Setupverlauf des Browser eine eindeutige Identifikations-Nummer erstellt, die es erlaubt, den Nutzer zu identifizieren. Zudem installiert Chrome ungefragt einen Autostart-Eintrag für den Google-Updater. Der Hersteller macht kein Geheimnis aus seiner “Sammelleidenschaft” und erklärt die Hintergründe in seinen “Anmerkung zum Datenschutz” (externer Link):

Ihr Google Chrome-Browser enthält mindestens eine eindeutige Anwendungsnummer. Diese Nummern und Informationen zur Installation des Browsers (z.B. Versionsnummer, Sprache) werden bei der erstmaligen Installation und Verwendung der Anwendung sowie bei der automatischen Update-Prüfung von Google Chrome an Google gesendet. Falls Sie Nutzungsstatistiken und Ausfallberichte an Google senden, werden uns diese Informationen sowie eine eindeutige Anwendungsnummer vom Browser übermittelt. Ausfallberichte enthalten Informationen aus Dateien, Anwendungen und Diensten, die zum Zeitpunkt eines Problems ausgeführt wurden. Mithilfe von Ausfallberichten können Browserprobleme diagnostiziert und behoben werden.

Nicht alle Nutzer sind mit den Eingriffen in ihre Privatsphäre einverstanden, stattdessen suchen viele Anwender nach Wegen, auf denen sich die Spionagefunktionen aushebeln lassen.

Chrome das Telefonieren “verbieten”
Die Übermittlung der aufgerufenen URLs sowie der Suchanfragen an Google können Sie in den Browser-Optionen abschalten. Dazu müssen Sie im Register “Details” die Haken vor den Einträgen “Automatische Vorschläge zur Vervollständigung der in die Adressleiste eingegebenen Suchanfragen und URLs” und “Helfen Sie Google Chrome zu verbessern, indem Sie automatisch Nutzungsstatistiken und Ausfallberichte an Google senden” entfernen. Danach ist ein Neustart des Programms erforderlich.

Mit dem kostenlosen Programm Kill-ID aus der in Berlin ansässigen Schmiede AlMiSoft können Sie Ihre persönliche Identifikationsnummer mit wenigen Mausklicks löschen und die die entsprechenden Einstellungen deaktivieren sowie die Datenwege an Google blockieren.

Das Tool bietet folgende Funktionen:

  • Entfernt die weltweit einmalige ID jeder installierten Chrome-Version
  • Löschen des ID-bezogene Zeitstempels
  • Deaktivieren des automatischen Google-Update-Service
  • Unterbinden der Übermittlung von Nutzungsstatistiken
  • Abschalten der Vorschläge für Navigationsfehler
  • Chrome erkennt das Fehlen der Identifikationsnummer und auch die Blockade für das erstellen einer neuen Kennung und versucht dies mit dem Anlegen einer Datei “Local State.tmp” zu umgehen. Doch hat der Entwickler von Kill-ID dies erkannt und hat in seine Software das passende Gegenmittel implementiert.Kill-ID für Chrome legt diese Datei selbst an, kopiert die Einträge aus der (modifizierten) Local State-Datei und versieht auch die Local State.tmp mit einem Schreibschutz.

    downloaden

    Persönliche ID durch Eigeninitiative loswerden
    Um die eindeutige ID loszuwerden, können Sie aber auch selbst Hand anlegen und die Datei “Local State” anpassen. Diese Datei findet sich auf Windows-XP-Rechnern im Pfad ..:\Dokumente und Einstellungen\Benutzername\Lokale Einstellungen\Anwendungsdaten\Google\Chrome\User Data, in Windows-Vista/7-Systemen suchen Sie unter ..:\Users\Benutzername\AppData\Local\Google\Chrome\User Data.

    Schließen Sie Chrome und öffnen Sie die Datei mit einem Texteditor. Suchen Sie nach dem Abschnitt “user_experience_metrics”. Dort finden Sie die Einträge:
    “client_id”: “Buchstaben- und Zahlenfolge”,
    “client_id_timestamp”: “Zahlenfolge”,

    Entfernen Sie die Buchstaben-Zahlen-Kombination bzw. die Zahlenfolge zwischen den Anführungszeichen in beiden Zeilen.

    Das ganze sollte nunmehr folgendermaßen aussehen:
    “client_id”: “”,
    “client_id_timestamp”: “”,

    Speichern Sie nun die Datei und aktivieren Sie in den Eigenschaften den Schreibschutz. Der Schreibschutz hindert Chrome daran, die Datei mit neuen IDs zu “aktualisieren”.

    Normalerweise erkennt Chrome beim nächsten Start den Schreibschutz und legt eine Sicherungskopie an, die “Local State.tmp” benannt wird. Diese finden Sie ebenfalls im o.g. Pfad und sollte wie beschrieben abgeändert werden.

    Auch nach dem Entfernen der Chrome-ID in den Steuerungsdateien funktionierte Googles Browser problemlos und ohne Fehlermeldungen oder Einschränkungen.

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