Unnötige Aufregung um heimliches Updates
Update: Fehler unter XP aufgetaucht
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Gestern wurde über verschiedene Medien und Agenturen die Meldung publiziert, dass Microsoft “heimlich”, von den Anwendern unbemerkt alle Windows-XP- und Vista-Rechnern mit aktivierter Updatefunktion aktualisiert habe.
Den Berichten zufolge hat das Redmonder Unternehmen bis zu neun Dateien des Update-Clienten der jeweiligen Betriebssysteme erneuert.
Die folgenden Dateien sollen unter Windows Vista ausgetauscht worden sein:
wuapi.dll
wuapp.exe
wuauclt.exe
wuaueng.dll
wucltux.dll
wudriver.dll
wups.dll
wups2.dl
Um über das Update selbst zu berichten, bedarf es grundsätzlich nicht mehr als einer kleinen Meldung. Doch hat es Microsoft versäumt, die Anwender darüber zu informieren, dass dieses Update auch dann automatisch durchgeführt wird, wenn der Benutzer lediglich die Option “Benachrichtigen, aber nicht automatisch downloaden oder installieren” im Konfigurationsdialog für Automatische Updates aktiviert hatte.
Zwischenzeitlich hat Microsoft hat sich Nate Clinton, Microsoft-Manager für Windows Update im Update-Product-Team-Blog zu der Vorgehensweise geäußert. So heißt es beispielsweise, es habe sich bei dem Update lediglich um einen notwendigen Schritt zur Sicherung der Qualität der Windows-Update-Funktion gehandelt.
Firmen die Windows Server Update Services (WSUS) in ihrem Netzwerk einsetzen, seien allerdings von der “Zwangsmaßnahme” nicht betroffen, da dort der Administrator die Aktualisierung für den Update-Client manuell vornehmen könne.
Zwar scheint das Update sinnvoll, doch hinterlassen die genannten Gründe einen bitteren Beigeschmack beim Anwender.
Das”geheime” Vorgehen sowie der verspätete Informationsfluss sind nicht unbedingt die geeigneten Mittel, das ohnehin gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Kundschaft und Hersteller zu stärken.
Update 26.September
Jetzt wurde bekannt, dass die modifizierten Dateien für neue Probleme in verschiedenen Windows-Systemen verantwortlich sind.
Wird die Reparatur-Option der Windows-XP-CD genutzt, um das Betriebssystem erneut zu installieren, ohne die bereits installierten Applikationen zu entfernen, werden alle Systemdateien in den Ausgangszustand zurückversetzt, Sie erhalten eine “frische” Windows-Installation. Hinterher müssen auch die Windows-Updates neu geladen werden.
Allerdings bleiben bei der Aktion die von Microsoft ungefragt ausgetauschten Systemdatei erhalten und sind verantwortlich dafür, dass etwa 80 der über das Windows Update angebotenen Patches nicht übertragen werden können.
Microsofts Program Manager für Windows Update Nate Clinton hat das Problem zwischenzeitlich bestätigt. Nach seinen Angaben soll die Datei wups2.dll die Ursache des Fehlers.
Die nur in der aktuellen Version von Windows Update enthaltene Datei wird nach einer Reparatur von Windows XP nicht beim System registriert, weil die Registry-Einträge dafür fehlen.
Mit folgender Lösung können Schwierigkeiten umgangen werden:
Geben Sie in der Eingabeaufforderung die Anweisung
net stop wuauserv
und anschließend
exit
ein. Damit wird der Dienst des Windows-Dienst der automatischen Updates angehalten.
Jetzt kann die Datei wups2.dll registriert werden.
Geben Sie an der Kommandozeile den folgenden Befehl ein:
regsvr32 %windir%\system32\wups2.dll
(in 64-Bit-Systemen: regsvr32 %windir%\syswow64\wups2.dll)
Danach kann der Windows-Dienst für automatische Updates über die Anweisung
net start wuauserv
wieder aktiviert und das Fenster der Eingabeaufforderung geschlossen werden.
In wenigen Tagen soll ein Knowledge-Base-Artikel erschienen, der Problem und dessen Lösung konkret beschreibt.
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